Im hessischen Lich steht ein Haus, in dem jeden Tag an einem stillen Thema gearbeitet wird: Wie bleibe ich im Konflikt handlungsfähig, ohne selbst zur Gefahr zu werden? Hier leitet Sifu Frank Durst das DURST-AKTIV Zentrum. Sein Kernsatz ist unbequem klar: “Gewalttäter suchen Opfer, keine Gegner.”
Die leise Mechanik der Opferrolle
Menschen, die seit Jahren ihre eigenen Grenzen klein schreiben, stehen auch körperlich kleiner im Raum. Schultern vorgezogen, Blick weg, Stimme mit Fragezeichen. “Gewalttäter spüren das, noch bevor ein Wort gefallen ist”, sagt Durst.
Aus dem Dojo in den Alltag
Frank Durst verkauft keine Heldengeschichten. Sein “Dritter Weg” liegt zwischen Wegducken und Draufhauen: früh klar, selten hart. Eine Lehrerin kam, weil ihre Stimme “wegkippte”. “Wir haben zwei Wochen keine einzige Schlagtechnik gemacht. Nur Atmung, Stand, Blick.”
Gegner sein, ohne zu kämpfen
Ein “Gegner” ist jemand, der für Täter sichtbar nicht leicht verfügbar ist. Jemand, der körperlich und innerlich anwesend bleibt. Füße breiter, Gewicht mittig, Kinn neutral, klare Sätze ohne Rechtfertigung.
Gewalt, Gesundheit und das Nervensystem
“Gesundheit ist langsame Notwehr”, sagt Durst. “Wer sein Nervensystem pflegt, hat im Ernstfall mehr Reserve.” Ein erschöpfter Mensch strahlt keine Stabilität aus.
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